In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Videostream Ihres Kanals an jedes beliebige Ziel und jede beliebige Zielgruppe senden können.
In diesem Artikel:
→ Ausgabe auf einem Monitor
→ HDMI über erweiterten Desktop
→ SDI-/HDMI-Ausgangskarte
→ SMTP ST 2110 / IP-Ausgangskarte
→ NDI (Network Device Interface)
→ Streaming (UDP, RTMP, SRT, DVB, …)
→ Dante Virtual Soundcard (DVS)
→ Direktorenansicht
Ausgabe auf einem Monitor
Die einfachste Möglichkeit, Ihren Video-Feed anzuzeigen, besteht darin, Ihren Kanal im Vollbildmodus darzustellen. Aktivieren Sie den Vollbildmodus durch einen Doppelklick auf die Vorschau oder durch einen Rechtsklick und die Auswahl von “Vollbild”:

Die Vollbildanzeige bietet eine deutlich höhere Qualität und Bildwiederholrate als die normale Vorschau. Sie können den Vollbildmodus verlassen, indem Sie eine beliebige Maustaste oder die ESC-Taste drücken.
Dieser Modus eignet sich am besten für schnelle private Diashows. Hier ist ein Beispiel dafür, wie man eine Diashow mit PLAYDECK einrichtet:
https://playdeck.tv/howto/slideshow/
HDMI über erweiterten Desktop
Eine weitere einfache Möglichkeit, Ihr Videosignal zu übertragen, ist die Verwendung der HDMI-Ausgänge Ihres PCs oder Ihrer Grafikkarte. Damit PLAYDECK den HDMI-Ausgang erkennt, müssen Sie einen neuen “Erweiterten Desktop-Ausgang” einrichten, so wie Sie es tun würden, wenn Sie einen zweiten Monitor anschließen würden:
1. In Windows verbinden
Schließen Sie Ihr HDMI-Gerät physisch an Ihren PC an und schalten Sie den HDMI-Anschluss ein, damit Windows es erkennen kann. Schließen Sie es an Ihre Grafikkarte (bevorzugt) oder an Ihr Mainboard an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Stelle auf Ihrem Desktop und wählen Sie “Anzeigeeinstellungen”. Sie sollten Ihren neuen Monitor sehen und die Meldung “Bildschirm ist erweitert” erhalten (deshalb heißt es “Erweiterter Desktop”). Wenn Sie noch keinen Zugriff auf Ihr HDMI-Ausgabegerät haben (z. B. LED-Bildschirm), können Sie für die Einrichtung einen beliebigen Dummy-PC-Monitor verwenden. PLAYDECK skaliert später Ihre (andere) Ausgabe automatisch, wenn Sie denselben HDMI-Anschluss verwenden. Bitte stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Monitor 60 FPS und nicht 120 oder 144 verwendet, da dies zu Verzögerungen führen kann.

2. In PLAYDECK zuweisen
Starten Sie PLAYDECK und wählen Sie Ihren neuen Monitor als “Desktop-Ausgabe” für Ihren Kanal aus. Sobald dies aktiviert ist, blendet PLAYDECK seine Ausgabe auf dem Monitor ein. Es wird über allen anderen Windows-Anwendungen angezeigt, und der Mauszeiger wird deaktiviert. Sollten Sie diese Funktion versehentlich auf Ihrem PRIMÄREN Bildschirm aktivieren, drücken Sie ALT+F4, um sie zu schließen, da Sie sonst weder auf Windows noch auf PLAYDECK zugreifen können.

PLAYDECK kann die Verbindung zu Ihrem Desktop-Ausgang wiederherstellen, falls diese unterbrochen wird, bei einem Stromausfall oder wenn das HDMI-Gerät erst nach dem Start von PLAYDECK mit Strom versorgt wird.
Dieser Modus eignet sich am besten für die lokale Übertragung auf einen Fernseher oder eine LED-Leinwand, z. B. bei Ausstellungen oder Veranstaltungen.
SDI-/HDMI-Ausgangskarte
Ausgabekarten haben gegenüber der Desktop-Ausgabe einen enormen Vorteil:
– Stärkeres Videosignal für längere Kabelwege
– Deutlich geringere CPU-/GPU-Auslastung, da die Grafikkarte Ressourcen entlastet
– Keine Bildausfälle, da die Grafikkarten über eine integrierte Bildfrequenzsteuerung und -konvertierung verfügen
– Deutlich bessere Bildqualität, insbesondere bei den Farben
Ausgabekarten lohnen sich fast immer und sind sehr zu empfehlen. Sie bieten im Vergleich zur Desktop-Ausgabe eine wesentlich stabilere Lösung für die Videoübertragung und sorgen insgesamt für ein besseres Erlebnis.
Hier finden Sie eine Liste aller unterstützten Ausgabekarten:
https://playdeck.tv/howto/supporteddevices/
Falls Sie eine Empfehlung benötigen: Wir verwenden meist BlackMagic DeckLink-Karten. Diese sind für SDI und HDMI erhältlich:
https://www.blackmagicdesign.com/products/decklink
1. Stecken Sie die Ausgangskarte in Ihren PC ein
Sie benötigen einen separaten PCIe-Steckplatz auf Ihrem Mainboard. Stellen Sie sich diese Karte als “zweite Grafikkarte” vor. Bitte stellen Sie sicher, dass der PCIe-Steckplatz die vom Gerät benötigte Bandbreite bereitstellt. Einige PCIe-Steckplätze sind “gemeinsam genutzt” und verfügen nur über die halbe Bandbreite, was zu ruckelnder Videoausgabe führen kann. Dies lässt sich möglicherweise über das BIOS ändern. Sie können Ihre Karte für mobile Produktionen auch in einem externen Gehäuse wie dem “Sonnet Echo Express” unterbringen und über Thunderbolt anschließen. Beachten Sie jedoch, dass die über Thunderbolt verfügbare Bandbreite geringer ist als die PCIe-Bandbreite, die für einige Karten wie die “DeckLink 8K Pro” erforderlich ist.
2. Treiber für Windows installieren
Für die meisten Karten muss ein spezieller Treiber unter Windows installiert werden, damit sie funktionieren. Diese Treiber enthalten auch Tools, mit denen die Karte vor der Verwendung in PLAYDECK getestet werden kann.
Stellen Sie sicher, dass auf Ihrem System stets die aktuellste Treiberversion installiert ist, um maximale Stabilität und Qualität zu gewährleisten. Für BlackMagic-Karten benötigt PLAYDECK mindestens den Treiber “Desktop Video 14.5”; andernfalls funktioniert die Karte nicht wie vorgesehen:
https://www.blackmagicdesign.com/support/family/capture-and-playback
3. In PLAYDECK aktivieren
Wählen Sie in PLAYDECK Ihre Ausgabekarten und den Line-Eingang aus und aktivieren Sie den Geräteausgang. Im Gegensatz zu Desktop-Ausgängen benötigen diese Ausgabekarten kein über SDI oder HDMI angeschlossenes Display; sie werden sofort aktiviert:

SMTP ST 2110 / IP-Ausgangskarte
Diese Karten sind den oben beschriebenen SDI-/HDMI-Karten sehr ähnlich. Informationen zur Installation finden Sie dort.
Der Unterschied zwischen 2110- und SDI-Karten besteht darin, dass 2110-Karten das Signal über LAN (Local Area Network) übertragen. Dies ist ein moderner und zunehmend verbreiteter Standard für Studios, um Videosignale innerhalb des Unternehmens zu übertragen. Zwar ist es theoretisch möglich, das vorhandene LAN für ST 2110 zu nutzen, es wird jedoch empfohlen, ein separates LAN mit speziellen PTP-fähigen Switches (Precision Time Protocol) zu verwenden. Nach der Einrichtung besteht der Hauptvorteil darin, dass mehrere Empfänger problemlos auf den von PLAYDECK generierten Videofeed zugreifen können.
Wir haben einen separaten Artikel zu den 2110-Geräten und ihren Netzwerkkonfigurationsoptionen verfasst:
https://playdeck.tv/howto/2110-device-setup/
NDI (Network Device Interface)
NDI ist eine weitere Netzwerkübertragungsoption für Ihre Videofeeds. Es kann mit dem vorhandenen LAN (Local Area Network) verwendet werden und erfordert keine spezielle Netzwerkkonfiguration. Es verfügt über ein eigenes “Erkennungssystem”, was bedeutet: Sie senden Ihr NDI-Signal ins Netzwerk, und es wird automatisch von jedem NDI-Empfänger erkannt.
NDI ist die bevorzugte Methode zum Austausch von Videostreams mit anderen Anwendungen. Hier sind einige Beispiele:
https://playdeck.tv/howto/obs-studio/
https://playdeck.tv/howto/vmix/
NDI kann auch in einer Cloud-Umgebung, z. B. auf Amazon EC2-Instanzen, für die Übertragung zwischen Servern genutzt werden:
https://playdeck.tv/howto/amazon-ec2/
Sie können NDI nutzen, um das Signal innerhalb von PLAYDECK für bestimmte Aufgaben zu “schleifen”, wie beispielsweise bei diesem Bild-im-Bild:
https://playdeck.tv/howto/pip/
Es stehen zahlreiche Tools zur Verfügung, die Ihnen bei der Einrichtung von NDI in Ihrer Umgebung helfen:
https://ndi.video/tools/
Wenn Sie einen NDI-Discovery-Server einrichten müssen, finden Sie hier Hilfe:
https://ndi.video/tools/access-manager/
https://docs.ndi.video/all/using-ndi/ndi-tools/ndi-tools-for-windows/access-manager
Hinweis: Es gab ein Problem mit NDI, das nach einer Fensteraktualisierung zu Rucklern führte. Hier ist die Lösung:
https://www.vmix.com/knowledgebase/article.aspx/376/windows-update-affecting-ndi-stability
Streaming (UDP, RTMP, SRT, DVB, …)
Sie können aus mehreren Streaming-Protokollen wählen, die alle unterschiedlichen Zwecken dienen.
– UDP/RTMP-Streaming: Live-Streaming mit geringer Latenz
– SRT: Übertragungen mit hoher Zuverlässigkeit
– DVB: Herkömmlicher Rundfunk
– und viele weitere (RTP, RIST, Icecast, HLS

Zum Thema Streaming haben wir einen ausführlicheren Artikel verfasst:
https://playdeck.tv/howto/output-streams/
Dante Virtual Soundcard (DVS)
Streng genommen handelt es sich hierbei nicht um einen Videofeed, da DVS ausschließlich Audio überträgt. Dies ist eine weitere Netzwerkoption (LAN). DVS kommt zum Einsatz, wenn Sie Ihren Audiofeed GETRENNT oder ZUSÄTZLICH zu Ihren Videofeeds senden müssen oder bei reinen Audioproduktionen. Der häufigste Anwendungsfall ist, dass bei Live-Veranstaltungen der Tontechniker ALLE Audio-Feeds ALLER PLAYDECK-Kanäle benötigt, d. h.: Er möchte 8 Audiokanäle in Stereopaaren Ihrer 4 Videokanäle empfangen.
Wir stellen Ihnen einen Artikel zur Einrichtung und Nutzung von Dante zur Verfügung:
https://playdeck.tv/howto/dante/
Direktorenansicht
Dies ist eine spezielle Ausgabeoption von PLAYDECK, mit der Sie Ihr Team über den aktuellen Stand informieren können: Dabei werden mehrere verschiedene Videofeeds zu einem einzigen Videofeed zusammengefügt und mit Informationen zur verbleibenden Zeit überlagert. Diese Funktion soll in Umgebungen mit mehreren Räumen oder mehreren Personen als Unterstützung dienen.

Dieser Video-Feed funktioniert wie ein separater Kanal: Sie können ihn parallel zu Ihren anderen Ausgängen senden. Sie können bis zu 4 verschiedene Director-Ansichten einrichten und senden. Sie können festlegen, wie viele und welche Kanäle einbezogen werden sollen:

Außerdem können Sie das Overlay an Ihr Unternehmen anpassen, z. B. Ihr eigenes Logo einfügen oder die Schriftarten ändern.